In Ghana some things are like in good all times

Everything is cooked over fire and prepared on the ground. And everything is under the open sky. There are no fitted kitchens.

Hallo,

Ehrlich gesagt habe ich mich immer gefragt, wie es früher sein konnte, dass der Mann arbeiten geht und die Frau zu Hause bleibt und fürs Essen sorgt. Abgesehen davon natürlich, das sie sich um die Kinder kümmern musste. Aber jetzt verstehe ich es.

In Ghana ist noch vieles so wie früher

Denn hier in Ghana ist noch vieles so wie früher, und hier wird der Zeit drastisch hinterhergehangen. So wird hier noch alles über dem Feuer gekocht. Einbauküchen gibt es nicht. Alles wird auf dem Boden zu bereitet. Und alles ist unter freien Himmel.

Wenn ich aus meinem Zimmer raus gehe, 2 Meter in den Hof rein und dann nach links durch die Tür komme ich in den Kochbereich. Hier wird den ganzen Tag gekocht. Auf der linken Seite befindet sich die Wasserstelle, mit Wasserhahn. Ehrlich gesagt weiß ich nicht ob es Leitungswasser oder Regenwasser ist. Denn das Regenwasser wird hier in großen Tonnen aufgefangen und konserviert. Mit dem Regenwasser wird alles gemacht. Für das alte schmutzige Wasser gibt es einen Abfluss. Aber meistens wird es nur in Richtung des Abflusses gekippt.

Gekocht wird auf drei kleinen Feuerstellen, das sind im Prinzip drei kleine Grills.

Oben werden die Kohlen drauf gelegt und durch eine Öffnung von unten gelangt Luft an die Glut. Auf die Kohle kommen die Töpfe. Große Töpfe. Die Frauen, die kochen, sitzen auf kleinen Schemeln. Gemüse wird in der Hand geschnitten. Hauptbestandteil des Essens sind eigentlich immer Tomaten, Zwiebeln, Mangold, Lauch, Karotten, Chili, Ei, Ingwer, Knoblauch und Paprika. Diese werden als Soße serviert. Und diese Soßen sind immer so unglaublich scharf! Mit der Zeit geht es inzwischen einiger Maßen. Aber mir läuft immer die Nase! Richtig beruhigend ist es, wenn mir vor dem Essen gesagt wird das ich mir VIEL trinken mitbringen sollte. Das heißt so viel wie: “Leo, du wirst gleich was schön Scharfes bekommen.” Das nette Lächeln, das mir dann zu geworfen wird, wenn ich meinen Teller bekomme, macht es dann selten besser. NIE !

    

Alle anderen hier essen die Soßen einfach ohne mit der Wimper zu zucken. Aber was soll ich tun, ich liebe das Essen hier! Es schmeckt einfach unheimlich lecker! Neben der Soße werden Kartoffeln, Yum (eine Wurzelart), Nudeln oder Reis aufgetischt. Als Fleisch gibt es meistens Hühnchen oder Fisch.

Einmal glaube ich auch Ziegen Hoden gegessen zu haben… eine sehr kuriose Situation.

Ich komme nach der Arbeit nach Hause und gehe in den Kochbereich um “Hallo” zusagen. Als ich in den Kochbereich betrete, sehe ich wie die Queen-Mother höchstpersönlich am Grill sitzt. (Die Queen-Mother ist hier die höchste Person, glaube ich. Ich hab noch nicht ganz den Überblick gefunden, wie die familiären Zusammenhänge sind. Sobald ich mehr weiß, werde ich darüber berichten.) Auf dem Grill liegen einfach ein Ziegenkopf, Ziegenhoden und zwei Beinchen. Meinen Gesichtsausdruck könnt ihr euch sicher vorstellen. Danach beim Essen wurde mir zwar gesagt, dass ich Hühnchen Fleisch gegessen habe. Naja.. ich hoffe mal, es war ein zähes Hühnchen, das schon was älter war.

Insgesamt ist das mit der Hygiene und dem Essen nicht so ganz koscher. Wie gesagt das Essen wird draußen zu bereitet, auf dem Boden und überall sind Fliegen. Und jeder weiß, dass sich Fliegen gerne überall drauf setzen. Das Gemüse und der Fisch wird bei Kindern gekauft, die den ganzen Tag den Fisch auf dem Kopf durch die Gegend tragen. In der Sonne. Ohne Kühlung und ohne Abdeckung. Aber egal. Es schmeckt super. Und mein Bauch macht es auch mit! J Okay … abgesehen von den drei Tagen “Running Stomach”.

Gegessen wird hier mit der rechten Hand.

Nur mit der rechten Hand! Die linke Hand ist für andere Sachen da. (Für alle die es nicht wissen: Die linke Hand ist die unreine Hand, denn sie dient als Toilettenpapier!) Es ist ziemlich schwierig nur mit einer Hand zu essen, wenn man das überhaupt nicht gewohnt ist. Für alle anderen ist es ziemlich witzig. Hier wird alles mit der rechten Hand gemacht. Wenn man es mit der linken Hand macht wird das als Beleidigung angesehen. Z.B. Wenn ich jemanden was gebe oder wenn ich auf wen zeige.

Barry (ein anderer Obruni den ich hier kennengelernt habe) ist zu allem Übel noch Linkshänder. Er konnte das scharfe Essen genau so wenig gut essen wie ich. Aber ihm beim Essen zuzusehen war einfach ein Bild für die Götter. Immer in Versuchung die linke Hand zu benutzen. Die Ungeschicklichkeit mit der rechten Hand und die vor schärfe aus den Höhlen springenden Augen, waren einfach zu viel für mich. Ich bin vor Lachen fast zusammen gebrochen.

Vor dem Essen werden sich natürlich die Hände gewaschen.

Die Leute hier machen das nur mit normalem Wasser. Oftmals gibt es hier keine Seife oder nur Seifenwasser. Ich hab mir eigene Seife gekauft. Essen nehme ich dann vor meinem Raum ein. Auf einem Plastikstuhl und einem kleinen Tisch. Und um mich herum immer irgendwelche Kinder. Ich hab mich inzwischen dran gewöhnt, dass mich alle einmal berühren wollen und einfach stehen bleiben um den “Obruni” anzusehen.

Bei dem ganzen Gerede über Essen, knurrt mir der Magen. Ich freue mich schon auf meine Mahlzeit gleich… Obwohl immer ein bisschen Angst dabei ist.

Nun noch einpaar Fotos von meinem Ausflug nach Cape Coast

In diesem Sinne wünsche ich euch ein tollen Tag und sende euch ein lächeln.

Euer Leo

PS: Vielen Dank für die lieben Kommentare. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass jemand ein Kommentar geschrieben hat.

Lieber Gunther, es hat leider nichts gebracht. Ich glaube mit dem Bier soll es hier einfach nicht sein.  Die Freude ist aber umso größer, mit meinen Freunden und Verwandten, gemütlich eins bis zwölf zu genießen, wenn ich wieder komme.

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