Digitalisierung in der Freiwilligen-Börse RheinBerg e.V

„Corona hat – nach meinen Gesprächen mit Ehrenamtlern- offenbar doch zu einer höheren Sensibilisierung für das Miteinander in unserer Gesellschaft geführt“, sagt Dr. Heilig von der Freiwilligen Börse RheinBerg. Der Verein konnte in der Krise die Beratungs- und Vermittlungstätigkeit glücklicherweise digital aufrechterhalten, doch die Einschränkungen des persönlichen Kontaktes erschweren die Arbeit.

1. Was ist zurzeit die größte Herausforderung für Ihr Unternehmen/ Ihre Organisation?

a. Generell?

Ziel der Freiwilligen-Börse RheinBerg e.V. ist die Vermittlung Freiwilliger in ehrenamtliche Tätigkeiten bei gemeinnützigen Organisationen und Vereinen. Des Weiteren betreiben wir eine Reihe von Projekten, mit denen wir insbesondere Kindern und Jugendlichen ehrenamtliches Engagement näherbringen wollen. Die Einschränkung des persönlichen Kontaktes ist das wesentliche Problem bei unserer Arbeit.

b. In Bezug auf des Thema Digitalisierung?

Die Beratungs- und Vermittlungstätigkeit wurde bis März 2020 ausschließlich in persönlichen Gesprächen durchgeführt. Seither bieten wir auch telefonische Beratung an, die natürlich ein persönliches Gespräch nicht ersetzen kann.

c. In Bezug auf das Thema Soziales Engagement?

Unsere eigenen Projekte, die insbesondere in Zusammenarbeit mit der Nelson-Mandela-Gesamtschule durchgeführt wurden, liegen derzeit und bis auf weiteres brach.

Wir haben andererseits in unserer Vermittlungstätigkeit seit Mitte des Jahres einen wahren Ansturm von Freiwilligen auf die Angebote zum ehrenamtlichen Engagement erlebt. Gemessen an der Zahl der Vermittlungsgespräche war 2020 das zweiterfolgreichste Jahr (nach 2015) seit unserer Gründung 1999. Ganz besonders fiel auf, dass sich zahlreiche junge Menschen für das Ehrenamt interessierten, so dass der altersdurchschnitt unserer Freiwilligen von 50-55 Jahren auf 41 Jahre sank. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nichtsdestotrotz freut uns das ungemein.

2. Welche Chancen sehen Sie?

Corona hat – nach meinen Gesprächen mit Ehrenamtlern – offenbar doch zu einer höheren Sensibilisierung für das Miteinander in unserer Gesellschaft geführt. Ich interpretiere das so, dass oftmals die Vereinzelung jetzt überhandnimmt, so dass heute vermehrt nach gemeinschaftlichen Werten und Taten gesucht wird.

3. Welche Lösungsansätze haben Sie für Ihre Herausforderungen gefunden oder gibt es ein Best Practice Beispiel, woran sich andere orientieren könnten?

Corona hat auch in unserem Verein zu einem grundsätzlichen Nachdenken über jeden einzelnen Arbeitsschritt geführt. Zum Glück haben wir schon in den letzten Jahren unsere IT schrittweise verbessert und auf einen Stand gebracht, der die Beratungs- und Vermittlungstätigkeit digital möglich macht. Auch Teamsitzungen können jederzeit digital abgehalten werden. Das ist kein Idealzustand, aber die Einschränkungen sind erträglich.

Für unsere Schul-Projekte haben wir leider keine Lösungsansätze zu bieten. Dort ist der persönliche Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen unersetzbar. Hier müssen wir auf bessere Zeiten warten.

4. Welche Wünsche haben Sie oder anderes gefragt: was fehlt Ihnen ganz konkret in unserer Region (von der Verwaltung/ Politik, Gesellschaft, anderen Institutionen, Unternehmen), um Ihre Ziele zu erreichen?

Unabhängig von der jetzigen, zweifelsohne schwierigen Pandemiesituation, würde ich persönlich mir ein stärkeres Engagement von Kreis und Kommune in Bezug auf das bürgerschaftliche Engagement wünschen. Das kann z. B. darin bestehen, dass ein hauptamtlich besetztes Büro die vielfältigen Facetten dieses Aktionsfeldes koordiniert: Projekte initiiert, Netzwerke bildet und gemeinnützige Vereine und Organisationen bei ihrer Arbeit unterstützt. Durch meine Arbeit im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen NRW (lagfa nrw) weiß ich, dass es dafür genügend erfolgreiche Beispiele gibt.

5. Kann die Digitalisierung bzw. das Soziales Engagement zur Verbesserung Ihrer Lage helfen? Wenn ja, wie?

Die Digitalisierung hat uns als Verein intern bereits geholfen (s.o).

Das Feld des bürgerschaftlichen (sozialen) Engagements ändert sich stark. Junge Leute streben heute hauptsächlich kürzere „projektartige“ Engagements (z. B. in den Semesterferien) an. Dort tut sich z. Zt. sehr viel, digital wie auch beim sozialen Ansatz. Noch ist aber nicht abzusehen, wohin letztlich der Trend läuft. Das müssen wir genau beobachten und daraus dann unsere Schlüsse ziehen.

Freiwilligen-Börse RheinBerg e.V.
Hauptstrasse 86
(im Haus des ASB)
51465 Bergisch Gladbach
Tel 02202 1882717
Email info@fwb-direkt.de
Web www.fwb-direkt.de

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