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Wie war es „damals“? Wie ist es heute?

Als ich das erste Mal nach Ban Nong Phong kam, war alles anders als heute – zwei Jahre später! Vieles hat sich verändert und entwickelt. Sowohl optisch im Village, in der Schule und im Tempel in Ban Moo, als auch strukturell und organisatorisch. Hier folgend ein Bericht, was so alles passiert ist.

Das Village:
Das Erste, das mir auffällt, als ich ankomme, sind die vielen neuen Gebäude, die im Volunteer Village oder auch Kulturzentrum gebaut wurden. Damals war das ganz einfach: Es gab das alte Holzhaus, in dem zeitweise Oma und Opa schliefen und ein weiteres Haus für die freiwilligen Unterstützer. Mit den vier Fahrrädern fuhren wir morgens und abends zu Raimund und Linly um zu essen. Im Village waren wir also hauptsächlich zum Schlafen und um alles rund um oder in den Häusern aufzubauen. Der Fuhrpark hat sich mit dem heutigen Stand auf acht Fahrräder und zwei Tuktuks erweitert. Vor allem die beiden Tuktuks erleichtern die Mobilität der Freiwilligen stark!
Die paar Schweine hinten im Stall haben mittlerweile viel Zuwachs bekommen, sowohl ihresgleichen, aber auch Wasserbüffel leben jetzt dort. Aus zwei Häusern wurden drei Häuser zum übernachten, außerdem eine Küche in dernsich die Freiwilligen ihr Essen selbst kochen können. Hinzu kommt noch ein Abstellraum und eine Bibliothek mit vielen Büchern, Unterrichtsmaterial und Musikinstrumenten. Im „language coffee“ stehen noch ein Kühlschrank und eine Gefriertruhe, aber eigentlich dient es gemeinsam mit der Bibliothek für die sinnvolle Beschäftigung der Kinder während der Ferien und auch als Aufenthaltsraum für die Freiwilligen. In Zukunft wird es auch 1-2 Nachmittage in der Woche geben, an denen ein „book club“ für die Kinder geöffnet sein wird.
Gleich am Eingang des Village wird man von einer großen Fotowand begrüßt, an der man die verschiedenen Entstehungs- und Entwicklungsstufen sehr anschaulich bestaunen kann.
Wenn man auf dem Gelände mit all den liebevoll bunt bemalten Häusern wohnt, fühlt man sich ziemlich schnell wie in einer Riesen-WG. Jeder neu kommende Freiwillige lebt sich sehr schnell in der freundlichen, fröhlichen, hilfsbereiten und gut organisierten Volunt2Thai-Familie ein. Jeder Anwesende ist grob für einen bestimmten Bereich zuständig und kümmert sich verlässlich darum – das macht das Zusammenleben sehr angenehm und schön!
Ein neues Gebäude ist im Moment noch am entstehen beziehungsweise am fertig werden. Im oberen Geschoss der Sala Thai steht ein großes Zelt, in dem in Zukunft auch Volunteers untergebracht werden. Der untere Teil des Gebäudes wird als Kulturzentrum und Raum für Seminare, Vorträge oder Lerneinheiten dienen. Man kann nämlich schon jetzt die Kooperationen mit verschiedenen Universitäten weltweit erkennen – ihre Banner schmücken das Geländer der Sala Thai.

Die Freiwilligen:
Auch bei den freiwilligen Unterstützern hat sich ein bisschen etwas geändert. Das Projekt hat mittlerweile eine sehr große Reichweite und da ist es kein Wunder, das Menschen aus der ganzen Welt kommen und helfen.
Vor zwei Jahren waren viele nur für ein paar Wochen, also für einen recht kurzen Zeitraum hier und waren hauptsächlich damit beschäftigt, die Gebäude und alles um sie herum aufzubauen und das Projekt voranzubringen. Es war öfter handwerkliches Geschick gefragt und nicht alle Freiwilligen waren in der Schule im Unterricht tätig. Diese Aufteilung hat sich nun mehr oder weniger komplett umgekehrt: Alle Freiwilligen übernehmen täglich an verschiedener Schulen den Englischunterricht. Erst nach der Schule werden dann, sofern etwas zu tun ist, Arbeiten im Village ausgeführt.
Der Ablauf ist gut strukturiert und organisiert – jeden Montag findet ein meeting statt, bei dem besprochen wird, was alles in der kommenden Woche anfällt und zu erledigen ist. Man behält dadurch sehr gut den Überblick, wie der Stand der Dinge ist. Ein weiterer Unterschied zu meinem ersten Aufenthalt, ist die Aufenthaltsdauer der Freiwilligen. Die meisten bleiben zumindestens ein Monat, manche sogar ein ganzes Jahr lang.

Das hat zum einen den positiven Aspekt, dass die Schulkinder für einen langen Zeitraum von der gleichen Person unterrichtet werden und dadurch ein Fortschritt erzielt werden kann, da man nicht jeden Monat wieder bei null anfängt. Zum anderen ist es aber auch angenehm und einfacher, wenn im Volunteer Village nicht jeden Tag eine neue Kombination von Menschen ist.
Die Kapazitäten für die Unterbringung der Freiwilligen wird ständig erweitert, wodurch mehr Leute kommen können und somit mehr Schulen in der Umgebung mit Englischunterricht bedient werden.

Die Schulen:
Bei meiner ersten Tätigkeit bei Volunt2Thai konnte in teilweise unregelmäßiger Besetzung in zwei Schulen Englisch unterrichtet werden – in Ban Nong Khung und Ban Nong Phong. Ab und zu wurden auch Freiwillige in den Kindergarten in Ban Lao geschickt.
Es war für uns damals extren schwierig, Englisch zu unterrichten, da die Kinder außer „hello“ wirklich noch nichts sprechen konnten. Wir waren aber auch der Thai-Sprache nicht mächtig – dementsprechend kompliziert und meistens unmöglich war die Kommunikation. Trotzdem haben wir es versucht, und den Unterricht meist spielerisch verbracht.
Heute, zwei Jahre später ist es für mich unglaublich schön und zu sehen und hören, dass sich die Englischkenntnisse unvorstellbar verbessert haben. Fast alle Schülerinnen und Schüler kommen auf einen zu und fangen auf Englisch Fragen zu stellen – man kann also schon einfache Konversationen führen. Ich kann einfach nur „wow“ sagen und bin äußerst begeistert, was für ein Fortschritt innerhalb von zwei Jahren erzielt wurde! Mit dem engagierten und unermüdlichen Einsaz der Freiwilligen ist das gelungen, was wir damals meist vergeblich versucht haben – toll!
Es ist derzeit auch möglich zusätzlich zu den zwei Schulen von damals noch Lehrstätten in Ban Nong Si Samran, Ban Lao und Ban Nong Hung mit Englischunterricht zu versorgen. In Ban Nong Khung ist im Moment ein neuer Direktor und Lehrerinnen tätig, wodurch die Schule einen enormen Aufschwung erlebt hat. Einfach beschrieben wirkt der frische Direktor sehr motiviert, interessiert und vor allem engagiert.
Die Weiterentwicklung und der Erfolg des Projekts ist eindeutig zu erkennen – viele Kinder wirken auch sehr neugierig für das Lernen der neuen unbekannten Sprache!

Die Dörfer:
Durch das Projekt Volunt2Thai profitieren eine Menge Menschen – mehr als man oft denkt. Unterbewusst ist die Anwesenheit der „farangs“ in der Schule oder einfach in den Dörfern eine Bereicherung für alle. Die Bevölkerung profitiert indirekt und entwickelt sich – genau so wie die Freiwilligen von ihrem Aufenthalt in der armen Region. Der Kulturaustausch und die gegenseitige Bereicherung findet statt!
In umliegenden Orten werden neue kleine Läden gebaut, weil eben auch die Nachfrage danach steigt und die farangs auch in der Umgebung einkaufen möchten. In Ban Nong Phong bietet eine Familie an, gegen Bezahlung die Wäsche der Volunteers zu waschen, da sie keine Waschmaschine im Village haben und so nicht immer nach Amphoe Phen fahren müssten. So hat jeder der Beteiligten seine Vorteile. Außerdem wird durch das gegenseitige Vertrauen die Offenheit gegenüber Fremden gestärkt. Vor zwei Jahren, war es noch seltsam und eine Attraktion wenn man durch das Dorf fuhr, jetzt ist es schon fast ein Normalzustand.

Der Tempel:
Die auffälligste Veränderung bei Mae Chi im Tempel in Ban Moo sind einige neue Gebäude, die zum Teil aus dem Holz alter Häuser errichtet wurden. Auch die Chedi ist gewachsen und das gefährlich konstruierten Bambusgerüst im Inneren wurde durch schön verputzte Mauern ersetzt. Fein detailiertes und unglaubliches Handwerk stecken hinter all dem. Es finden auch Kunstprojekte mit Leuten, die auf Bewährung sind statt, die wunderbare Skulpturen modellieren.
Bei Mae Chi ist es wie bei Volunt2Thai – man muss ordentlich und mit einem großen Herzen hinter einer Sache stehen, darf nicht aufgeben, auch wenn es manchmal schwere Momente gibt. Aber man muss sich immer bewusst sein, dass man bei seiner Tätigkeit und seinem Schaffen etwas gutes tut.

Im Ausland:
Die Präsentation des Projekts ins Ausland erfolgte damals hauptsächlich über facebook. Mittlerweile hat sich aber durch den Einsatz von vielen Freiwilligen rund um den Globus ein großes Netzwerk an Menschen ergeben. Die Vertretungen reichen von Hong Kong über Österreich, Finnland und Holland bis nach Schottland und bald auch in die Schweiz.
In Österreich wurde „Volunt2Thai Österreich – Verein zur Förderung von Freiwilligenarbeit“ gegründet und war auch schon auf einigen Freiwilligenmessen vertreten.
Die Website www.volunt2thai.com wurde neu designt und ist sehr ausführlich, informativ gestaltet und wird laufend für Neuigkeiten aktualisiert.
Auch durch die Kooperation mit verschiedenen Universitäten aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Kanada wird zur Verbreitung des Projekts beigetragen.

Alles in allem kann man also sagen, dass sich Volunt2Thai durch die Mithilfe so vieler fleißiger und herzensguter Menschen ein gutes Stück weiterentwickelt, vergrößert und bereichert. Nach zwei Jahren ist es für mich überaus erfreulich zu sehen, was in so kurzer Zeit alles entstanden und passiert ist!
Ich kann abschließend nur sagen, dass ich Raimund, seinen Verwandten, den Dörfern in der Umgebung und einfach der gesamten Volunt2Thai-Familie wünsche, dass es so weitergeht – das ist etwas ganz Besonderes!

Bericht Freiwillige Corina Veith Oktober 2015 / 5 Monate bis 2016 und Januar 2018 

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