
Premiere für den Basar, auf dem Geld ausdrücklich verboten ist
Drabenderhöhe – Gut gefüllt war das Stadtteilhaus im Wiehler Ortsteil Drabenderhöhe in dieser Woche – kein Wunder, war das Gebäude doch zugleich Schauplatz für ein im Oberbergischen Kreis gänzlich neues Format, das von der Kreisverwaltung gemeinsam mit dem Verein „Der Paritätische“, der Dr.-Jürgen-Rembold-Stiftung, der Stadt Wiehl und dem Netzwerk für soziales Engagement AMAIDI ausgerichtet und durch die Sozialstiftung der Kreissparkasse Köln unterstützt wurde.
Hinter dem „Marktplatz für gute Geschäfte“ steckte eine Art Speeddating-Börse für gemeinnützige Einrichtungen und Unternehmen, um einander kennenzulernen und mittels direkt geschlossener Verträge Unterstützung zuzusichern. „Das Format kommt eigentlich aus den Niederlanden, auch im Rheinisch-Bergischen Kreis wurde es schon mehrfach veranstaltet“, berichtete Kreis-Mitarbeiterin Sylvia Asmussen von der Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement, die mit der Resonanz auf die Premiere war. „Das ist toll, dass wir hier direkt 15 gemeinnützige Organisationen und sieben Unternehmen zusammenbekommen haben.“ Eine Wiederholung scheint da naheliegend. „Das Ganze wird natürlich auf Verwaltungsebene evaluiert – wenn das aber positiv ausfällt, dann wird die zweite Auflage in Radevormwald im Nordkreis stattfinden“, verriet Sylvia Asmussen.
Ehrenamt als Pfund für die Firmen Profitieren sollen bei der Börse ausdrücklich beide Seiten. Landrat Klaus Grootens bringt es auf den Punkt: „Die Wirtschaft im Oberbergischen Kreis steht vor großen Herausforderungen. Das Ehrenamt kann hier ein großes Pfund für die Unternehmen darstellen – immerhin sind 65 Prozent der Oberbergerinnen und Oberberger ehrenamtlich aktiv.
“Nach einem Gongschlag ist der Markt dann auch schon eröffnet. Man kommt schnell ins Gespräch, wie etwa der Verein „Werde Kitzretterin“ mit dem Unternehmen Welp Media Service. Es funkt sofort, die vereinbarte Kooperation steht schnell: Das Unternehmen wird den Verein beim Printmedien- und Internetauftritt beraten, der Verein die Firma als Partner bewerben – tatsächlich eine echte Win-win-Situation.
Tanja Siebert, geschäftsführende Gesellschafterin von AMAIDI, lobt: „Der Auftakt in Oberberg ist wirklich gut gelungen.“ Das beweist auch die Bilanz: 13 Kooperationen sind vom vierköpfigen „Notar-Team“ offiziell beurkundet worden. Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker, Mitglied des „Notar-Teams“, betont: „Ohne Ehrenamt läuft in unserer Gesellschaft nichts.“ Tatsächlich geht es auch um bares Geld – denn die 13 Kooperationen haben einen Gesamtwert von über 12.000 Euro oder 707 ehrenamtlich absolvierten Arbeitsstunden. www.gute-geschaefte-obk.de

Ehrenamtler unter sich (v.r.): Angelika Bonsch und Kirsten Brand (Werde Kitzretterin) mit Wolfgang Abegg (Sauerländischer Gebirgsverein). Foto: Börsch
Quelle: KSTA VON WOLFGANG WEITZDÖRFER – https://epages.ksta.de/epaper/KS-20260704-20260704.2-ob?page=28
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